Unsere Rebsorten

Riesling

Riesling-Traube

Der Riesling zählt zu den wertvollsten und bedeutende Rebsorten der Welt. Ursprünglich stammt er aus heimischen Wildreben, aus denen sich diese Rebe über Jahrhunderte heraus selektiert hat. Der Riesling nimmt in Deutschland eine bedeutende Rolle ein, denn mit etwa 23.800 ha nimmt er ein Viertel der Gesamt Rebfläche ein. Vor allem die Mosel ist bekannt für den Riesling, hier nimmt er 60 % der Rebfläche ein. Der Riesling ist eine langsam reifende Rebsorte, deren prägendes Element die fruchtige Säure ist. Sie stellt hohe Ansprüche an warme, nach Süden ausgerichtete (Steil) Lagen, bevorzugt leicht erwärmbare, trockene Tonschieferböden und ein günstiges Kleinklima. Riesling-Reben sind frosthart und ertragstreu; die Trauben kleinbeerig und spätreifend. Der Wein zeichnet sich aus durch seinen mäßigen bis gehobenen Alkoholgehalt, eine anregende, fruchtige Säure und eine unaufdringliche Süße. Die Schieferverwitterungsböden und die Niederschläge im Sommer während der Wachstumsperiode begründen den reichen Gehalt an wertvollen Mineralien. Wegen der langen Reifezeit besitzen unsere Moselrieslinge ein vornehmes, anhaltendes, aber nicht aufdringliches Bukett, gepaart mit einer edlen, feinen, ausgewogenen Frucht. Eine lange Lagerfähigkeit garantiert die angenehme Fruchtsäure. Keine andere Rebsorte der Welt erzeugt eine solch große Vielfalt an Qualitätsstufen: die Palette reicht vom aromatischen Sektgrundwein, fruchtigen Qualitätswein über den leichten Kabinett, gehaltvollen Spät- und edlen Auslesen, bis hin zu den erlesenen Raritäten, wie Eisweinen oder Beeren- bzw. Trockenbeerenauslesen.


Kerner

Kerner-Traube

Der Kerner erreichte 1992 den Höhepunkt seiner Popularität. Seitdem ist der Anbau dieser Rebsorte leider rückläufig. Die Kernerrebe liebt Böden, die weder zu nass noch zu trocken sind. Eine lange Reifezeit bis in den Spätherbst ermöglicht Mostgewichte über denen des Riesling. Holzreife und Frosthärte sind gut, die Laubarbeit gestaltet sich arbeitsaufwändig. Die Sorte liefert gute, recht kontinuierliche Erträge mit meist für Prädikatsweine ausreichenden Mostgewichten. Die Stufenleiter der Weine reicht vom Qualitätswein bis zur Auslese und bildet eine ergänzende, harmonische Bereicherung in unserem überwiegend großen Rieslingangebot. Kerner-Weine sind im Qualitätsweinbereich oft rieslingähnlich. Im gehobenen Niveau ist das Bukett ist etwas aromatischer; er ist säurebetont, feinaromatisch und fruchtig (Birne, Orangenkonfitüre, Grüner Apfel, Johannisbeere, Aprikose, Eisbonbon) und manchmal mit einem leichten Muskatton versehen.


Rivaner (Müller-Thurgau)

Müller-Thurgau-Traube

Die Müller - Thurgau Traube ist eine Züchtung von Professor Herrmann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau aus dem Jahre 1882 und war bis in die neunziger Jahre die meist angebaute Rebsorte in Deutschland. Diese Position musste sie dann an den Riesling abgeben, sie ist aber dennoch in fast allen deutschen Anbaugebieten zu finden mit etwa 12 % der deutschen Rebfläche. Lange Zeit wurde angenommen, dass die Eltern des Müller - Thurgaus die Rebsorten Riesling und Silvaner wären. Daraus entstand das Synonym Rivaner, welches sich mittlerweile eingebürgert hat. Neuere Genuntersuchungen zeigten aber, dass der Müller - Thurgau eine Kreuzung von Riesling x Madeleine royal ist. Der Name Rivaner ist dennoch geblieben.

Durch die geringen Lageansprüche und die Vorliebe für feinerdreiche, nicht zu trockene Böden ist der Müller - Thurgau hauptsächlich in Tallagen und auslaufenden Hängen zu finden. Die Rebsorte reift früh und liefert süffige, vielseitige, manchmal blumige, mit einem feinfruchtigen Muskataroma versehene Weine. Die Säure fällt eher mild und weich aus.


Rotwein der Mosel:

Wie jüngste archäologische Funde beweisen, gab es seit der Römerzeit rote Rebsorten in unserem Weinbaugebiet. Im Laufe der Jahrhunderte setzten sich die weißen Rebsorten immer mehr durch. Der letzte Kurfürst von Trier - Clemens Wenzeslaus - befahl 1787 nur noch Riesling-Reben anzupflanzen, sodass alle anderen Rebsorten nach und nach verdrängt worden sind. Der letzte Weinberg mit einer roten Rebsorte an der Mosel wurde erst um 1936 gerodet. Erst im Jahre 1987 wurde das Verbot aufgehoben und somit mit der erneuten Anpflanzung von Rotweinreben eine Jahrtausende alte Tradition wieder aufgenommen. In guten Lagen bilden die schnell trocknenden Schieferverwitterungsböden mit einem mittleren Gehalt an Feinerde ideale Voraussetzungen für gehaltvolle Rotweine.


Spätburgunder

Spätburgunder-Traube

Er gilt als eine alte, klassische, aber auch als die edelste Rotweinsorte und wird in allen deutschen Weinbaugebieten angepflanzt. Warme, lockere und tiefgründige Böden in guten Lagen sind Voraussetzungen für diese anspruchsvolle Rebsorte aus der Familie der Burgunder. Sie liefert normale Erträge bei einer mittelspäten Reife. Wichtig ist auch die Erzeugung von gesundem, reifem Lesegut mit einer Ausfärbung von dunkelblauen bis tiefvioletten Beeren. Die Farbe des Spätburgunder Rotweines ist violett schimmernd bis leuchtend rubinrot. Er schmeckt vollmundig, gehaltvoll und hinterlässt einen samtigen Abgang. Das charmante Bukett erinnert an Brombeeren und zuweilen an Bittermandeln. Der typische Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten, von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere. Erst nach einigen Jahren Flaschenlager erreichen Spätburgunder Rotweine ihren geschmacklichen Höhepunkt mit hohem Genusswert. Roséweine aus Spätburgundertrauben schmecken lebendig, elegant, vollmundig und besitzen eine lachs bis hellrote Farbe. Beeindruckend sind auch die leuchtende Klarheit und das charmante Bukett. Sie ähneln mehr den Weiß- als Rotweinen und werden deshalb leicht gekühlt getrunken; ein beliebter Sommerwein. Beim Blanc de Noir werden die Trauben des Spätburgunders direkt nach der Lese abgepresst; nach der Gärung erfolgt ein biologischer Säureabbau. Er entspricht in Struktur und Charakter dem Weintyp des Weißburgunders.


Dornfelder

Dornfelder-Traube

Der Dornfelder ist eine sehr erfolgreiche, junge, rote Rebsorte und verlangt wuchskräftige Böden in windgeschützten Lagen. Die hohe Fruchtbarkeit erfordert einen mäßigen Anschnitt, um eine ausgewogene Menge / Gütebeziehung zu erfüllen. Der Dornfelder liefert frühreifende, große , wohlschmeckende Trauben. Der Wein besitzt eine tief dunkelrote Farbe und ist körperreich, ausdrucksvoll und nachhaltig im Geschmack. Außerdem besticht er durch eine ausgewogene, angenehme Gerbstoffstruktur und einem Aroma von reifen Kirschen, Brombeeren oder Holunder. In unserem Weingut werden die Rotweine nach dem arbeitsintensiven Verfahren der Maischegärung ausgebaut. Die Maischegärung ist ein klassisches, bewährtes Verfahren, bei dem die Trauben nach der Lese entrappt werden und dann mit der Schale und den Kernen zusammen vergoren werden. Dieser Vorgang hat das Ziel, die Aroma-, Gerb- und Farbstoffe aus der Schale und den Kernen zu extrahieren. Voraussetzung für die Maischegärung ist ein gesundes und reifes Lesegut. Das Ergebnis ist ein farbtiefer, kräftiger, komplexer Rotwein mit einem höheren Gerbstoffanteil. Er benötigt eine längere Reifezeit; garantiert dafür aber eine lange Lagerfähigkeit.